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Welcher Kleber

eignet sich für welche Fliesenarten?

fliesenkleber

Welcher ist der richtige Fliesenkleber?

Nicht nur die Fliesen und der richtige Untergrund sind für das saubere Verlegen entscheidend. Auch der richtige Kleber für das Verlegen von Wand- und Bodenfliesen trägt zu einem guten Endergebnis bei. Nicht jeder Fliesenkleber ist gleich, obwohl die äußere, meist graue Erscheinung darauf schließen lässt. Aufgrund der zahlreichen unterschiedlichen Produkte im Handel fühlen sich die Verbraucher verwirrt und die Entscheidung fällt oft schwer. Dieser Beitrag soll deshalb ein wenig Licht ins Dunkel bringen und Ihnen eine Orientierung im Fliesenkleber-Dschungel bieten.

Vorgehensweise - Fliesen richtig kleben 

Fliesenkleber lassen sich vielfältig auf ihre Einsatzgebiete anpassen. So gibt es diese nicht nur in Grau, sondern für spezielle Oberflächen auch in neutralem Weiß. Er kann für Wand und Boden verwendet werden. Wichtig ist bei jedem Kleber, dass der Untergrund entsprechend vorbereitet ist. Zunächst müssen Sie den alten Fliesenspiegel entfernen, ebenso alle alten Klebereste auf dem Untergrund von Wand und Boden. Haben Sie einen besonders saugfähigen Untergrund? Dann kann es von Vorteil sein, wenn Sie zuerst auf den Untergrund eine Grundierung auftragen. Weitere Informationen zum Thema unebener Untergrund finden Sie in unserem Expertentipp.

Eine weitere Herausforderung können die unterschiedlichen Gebinde sein. Sie gibt es meistens in Säcken oder Eimern. Typisch ist der 5-kg-Sack oder der 20- bzw. 25-kg-Sack. Auf den jeweiligen Verpackungen sind Angaben zur Reichweite und Hinweise zur genauen Verarbeitung aufgedruckt. Nachdem der Kleber angemischt ist, tragen Sie ihn auf die Wand oder den Boden auf. Tipp: nicht auf die gesamte Fläche auftragen, da er schnell trocknet. Dann fliesen Sie die Fläche. Diese müssen Sie nach der Trocknungszeit nur noch verfugen. Weitere Informationen zum Thema Fliesen verlegen finden Sie in unserem Expertentipp. Auch die Trocknungszeit kann zur Herausforderung werden. Hierzu tragen die Oberfläche und breite Fugen bei. Er sollte vor dem Verfugen mit Fugenmörtel vollständig getrocknet sein. Nach dem Verfugen den überschüssigen Fugenmörtel von den Fliesen entfernen.

Haben Sie eine Fußbodenheizung unter Ihrem Bodenbelag? Dann achten Sie bitte unbedingt auf die Angaben auf dem Etikett. Nicht jeder Fliesenkleber eignet sich für eine Fußbodenheizung. Dieser muss auf die Wärmeschwankungen der Fußbodenheizung flexibel reagieren können. 

Welches Produkt ist das Richtige? 

Fliesenkleber lassen sich in verschiedene Kategorien nach ihren Eigenschaften einteilen.

Fliesenkleber auf Zementbasis

 

Fachlich korrekt lautet die Bezeichnung eigentlich "Dünnbettmörtel". Der Zementanteil kann bei einzelnen Produkten unterschiedlich sein, auch die Eigenschaften einzelner Produkte unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. Zement-basierte Fliesenmörtel sind beliebt und werden sehr häufig angewendet. Sie stellen praktisch das graue "Standardprodukt" im typischen Sack dar. Sie können auch direkt auf Beton, Estrichen oder Putzen verwendet werden, die in der Regel auch Zement-basiert sind. Der Zementmörtel eignet sich für feste und saugende Untergründe.

Sonderformen des Zementmörtels können besondere Eigenschaften aufweisen. Zum Beispiel etwa eine besonders kurze Aushärtezeit. Bei einigen Produkten beträgt sie lediglich einige Stunden. Der neue Belag ist also schnell wieder voll belastbar. Er ist sowohl für den Einsatz an Wand und Boden geeignet. Meistens wird er als fertiger Trockenmörtel angeboten. Ihm muss vor der Verarbeitung dann nur noch die richtige Menge Wasser hinzugefügt werden. Er besteht zum größten Teil aus Zement. Aber auch andere Stoffe wie Sand, Harze oder weitere Zusatzstoffe sind beigemischt. Dünnbettmörtel heißt er deshalb, weil die Fliesen mit ihm nicht in eine dicke Schicht Mörtel gelegt werden müssen, wie beim Dickbettverfahren. Dies ist besonders dann wichtig, wenn die Aufbauhöhe nicht zu hoch werden darf, um sauber abzuschließen. Verwendet wird dieser Kleber auch bei großen Fliesen. 

Natursteinkleber

 

Für alle Natursteinplatten wie zum Beispiel Marmor darf kein gewöhnlicher Zement-basierter Fliesenmörtel zum Verlegen verwendet werden. Die Steine können sich dadurch "aufschlüsseln" oder dauerhaft verfärben. Dies liegt daran, dass das Wasser die Zementanteile in den Stein transportiert. Zum Kleben von Natursteinen gibt es eigene (auch Zement-basierte, aber mit besonderen Zusätzen versehene) Natursteinkleber. Diese führen dazu, dass das Wasser schneller gebunden wird und so nicht mehr in den Stein steigen kann. Dadurch lässt sich eine Verfärbung der empfindlichen Materialien einschränken. Wer lichtdurchlässige Natursteine oder auch Mosaike aus Glas verlegen will, sollte diese mit dem speziellen weißen Fliesenmörtel kleben. Dies hat den Vorteil, dass die Optik des leicht transparenten Natursteins bzw. des Glases weniger stark beeinflusst wird.

Fliesenkleber auf Kunstharz-Basis

 

Kleber auf Kunstharz-Basis werden auch Reaktionsharz-Kleber genannt. Epoxidharze oder Polyurethan-Reaktionsharze dienen als Ausgangsstoffe für die Kunstharz-basierten Fliesenkleber. Sie bestehen aus den beiden Komponenten Kunstharz und Härter. Diese beiden Stoffe müssen direkt gemischt werden, bevor sie dann chemisch reagieren können und dadurch aushärten. Dabei handelt es sich eher um ein Spezialprodukt. In der Regel setzt man sie für das Kleben auf glatten oder schwierigen Untergründen ein, wie etwa Holz, Kunststoffe oder Metall. Allerdings eher selten im privaten Bereich. Die Anwendung dieser Kleber erfolgt fast ausschließlich in gewerblich genutzten Gebäuden. Sie sind damit eher weniger für den Hobby-Heimwerker geeignet und werden meist nur von professionellen Fliesenlegern verwendet.

Fliesenkleber auf Kunststoffbasis

 

Diese sogenannten Dispersionskleber werden aus bestimmten Kunststoffen hergestellt. Sie sind wasserlöslich und in der Regel schon direkt aus der Verpackung gebrauchsfertig im Eimer. Die sogenannten Dispersionen sind feine Kunststoffe in Wasser gelöst. Einen Dispersionskleber können Sie ausschließlich im Innenbereich anwenden. Er ist nicht frostbeständig und daher für den Außenbereich ungeeignet. Dafür kleben sie im erhärteten Zustand fester und sind flexibler. Deshalb finden sie oft bei glatten Untergründen Anwendung. Der Nachteil von Dispersionskleber ist eine lange Aushärtezeit. Dies liegt daran, dass sie durch Trocknen aushärten. Deshalb sind sie für Bodenfliesen eher ungeeignet. Ideal ist der Kleber für mäßig  beanspruchte Flächen an der Wand z. B. im WC, Bad und Küche.

Der Flex Fliesenkleber

 

Dieser Kleber nimmt eine Sonderstellung ein. Er gehört zum Zementmörtel, enthält jedoch gewisse Anteile an Kunststoff. Deshalb nimmt er eine Zwischenstellung zwischen Zement- und Kunststoffkleber ein. Der Flex-Kleber hat durch die Kunststoffanteile eine höhere Klebekraft und härtet flexibel aus. Daher auch der Name Flex-Kleber. Jedoch muss klargestellt werden, dass er kein flexibler Fliesenkleber im Sinne von verformbar oder ähnlichem ist. Dies wird aufgrund des Namens "Flex-Kleber"oft fälschlicherweise angenommen. 

Das Flex bezieht sich auf die Flexibilität nach der Trocknung. Das Material ist weniger starr und kann dadurch besser auf Spannungen, Schwingungen etc. reagieren. Daher ist er besonders bei schwierigen Untergründen wie Gipskartonplatten oder Trockenestrich zu empfehlen. Dadurch soll vermieden werden, dass Fliesen reißen oder springen. Flex-Mörtel wird immer beliebter. Dies liegt zum einen an der größeren Beliebtheit von großformatigen Fliesen. Der Flex-Kleber fängt hier die Schwankungen und Spannungen auf, weshalb die großen Fliesen weniger springen.

Zum anderen wird das Verlegen von Feinsteinzeug immer beliebter. Diese Art der keramischen Fliesen kann weniger Wasser aufnehmen, weil sie dichter ist. Dadurch ist das Feinsteinzeug frostsicher und kann im Außenbereich verlegt werden. Jedoch können andere Kleber wie der Zementmörtel sich nicht mehr richtig mit den Poren auf der Rückseite der keramischen Beläge verbinden. Der Kleber kann nicht richtig haften und die Fliesen werden locker. Hier empfiehlt sich der Flex-Kleber, der durch seinen Kunststoffanteil besser anhaften kann, ohne in die Poren eindringen zu müssen.

Tipp: Entscheiden Sie sich nicht nur nach günstig oder teuer. Achten Sie bei der Auswahl Ihres Fliesenmörtels auf den Verbrauch und die Einsatzbereiche.

Fazit

 

Wenn Sie sich bei der Auswahl des geeigneten Klebers für die verschiedenen Fliesenarten unsicher sind, oder nicht genau wissen, wie Sie an schwierigen Verlegestellen den Fliesenkleber auftragen müssen, stehen Ihnen unsere Experten mit Rat und Tat zur Seite. Zögern Sie nicht und vereinbaren Sie einen Termin mit unseren Fliesen-Experten. Wir sind gerne für Sie da. Benötigen Sie noch ein paar Inspirationen für Ihre neuen Fliesen in Küche, Bad und Co? Dann schauen Sie doch in unsere Fliesen-Projekte oder kommen Sie in einer unserer Ausstellungen vor Ort vorbei. Wir finden Ihre neuen Fliesen, den passenden Fliesenkleber und den passenden Fugenmörtel für Sie. Oder schauen Sie sich doch noch etwas in unserem Online-Shop um. Auch hier haben wir eine große Auswahl an Fliesen und Klebern für Ihre keramischen Beläge, genauso wie weiteres Zubehör in Form von Grundierungen, Werkzeug und weiterer Technik.

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